Wodurch wird die Investition mehr (oder weniger) wert? (Teil 1)

10 Apr 2018 | Financial education  


Wodurch wird die Investition mehr (oder weniger) wert? (Teil 1)

Was lässt den Wert Ihrer Investition steigen – oder dahinschmelzen? Teil 1

In unseren Podcasts 1 und 2 sprachen wir über die Unterschiede zwischen Sparen und Investieren, und wir stellten die wichtigsten Anlageklassen vor, wie Aktien, Anleihen und Immobilien.

Nun wollen wir untersuchen, was den Wert Ihrer Geldanlage steigen – oder auch schrumpfen – lässt.

Erinnern Sie sich an unseren Podcast zum Thema „sparen oder investieren?“: Selbst wenn Sie mit Ihrem Geld gar nichts tun und es einfach nur unter Ihrer Matratze aufbewahren, wird die Inflation bewirken, dass Ihr Geld mit der Zeit immer weniger wert ist.

Doch auch wenn Sie Ihr Geld sparen oder investieren, wird sein Wert von einer ganzen Reihe von Faktoren beeinflusst. Diese Faktoren sind nicht nur überaus vielfältig, viele von ihnen sind auch miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig.

Können Sie sich vorstellen, dass sich auch wetterbedingte Naturereignisse auf Ihre Investition auswirken können? Wenn Sie denken, dies sei ein Witz, werden Sie überrascht sein.

Die Art und Weise, wie der Wert einer Investition zustande kommt, ist häufig sehr komplex. Doch wenn Sie sich stets einige grundlegende Prinzipien vor Augen halten und Ihren gesunden Menschenverstand nutzen, werden Sie in der Lage sein, die meisten Faktoren zu erkennen und zu verstehen, die sich auf Ihre Geldanlage auswirken können.

Zu allererst müssen Sie sich bewusst sein, dass der Wert Ihres Investitionsobjekts – sei es Gold, ein Haus, Wertpapiere oder Wein – nichts anderes ist als der Preis, den Andere bereit sind, dafür zu bezahlen. Deshalb hängt der Wert Ihrer Investition von allen Faktoren ab, die den Preis von dem bestimmen, worin Sie investiert haben.

Von einigen seltenen Ausnahmen abgesehen, unterliegen Preise dem Gesetz von Angebot und Nachfrage.

Güter, die nur in begrenzter Menge verfügbar sind und die viele Menschen haben wollen, sind teuer, weil ihre Anbieter höhere Preise verlangen können und immer noch Verbraucher finden, die bereit sind, diese hohen Preise zu bezahlen. Auf der anderen Seite sind Güter, die im Überfluss vorhanden sind und die nur wenige Menschen haben wollen, sehr günstig oder haben überhaupt keinen Wert. Das ist der Grund dafür, warum Sie nicht reich werden, indem Sie versuchen, Eiswürfel am Nordpol oder Sand in der Wüste zu verkaufen. Eiswürfel in einer Wüstenoase anzubieten ist hingegen ein weitaus besseres Geschäftsmodell.

Das zweite Prinzip, das Sie im Auge behalten sollten, ist das folgende: Anleger suchen in der Regel nach den Investitionen, die die höchste Rendite abwerfen. Mit anderen Worten, sie suchen nach Investitionen, die entweder das höchste regelmäβige Einkommen in Form von Zinsen oder Dividenden bieten, oder von denen sie erwarten, dass ihr Wert - oder Preis - im Laufe der Zeit steigen wird.

Und das bringt uns zu dem dritten Grundprinzip: Angebot und Nachfrage nach Investitionsgütern - Gold, Immobilien, Aktien oder Wein – werden weitgehend von den Erwartungen der Anleger getrieben, wie sich die Preise für diese Investitionsgüter in Zukunft entwickeln werden.

Wir können diese drei Prinzipien auf eine einfache Frage reduzieren, und zwar: Welche Elemente beeinflussen die Erwartungen der Anleger, wie sich der Preis meines Anlageobjektes künftig entwickeln wird, und wie sieht dieser Einfluss aus?

Die Frage klingt relativ simpel, sie zu beantworten kann jedoch eine recht schwierige Übung sein.

Der Grund dafür ist: Die Faktoren, die positive oder negative Auswirkungen auf die Erwartungen der Anleger und damit auf die Preise der Anlageobjekte haben können – und in der Praxis auch tatsächlich haben – sind einfach zu zahlreich und zu vielfältig:

• ein entscheidender Durchbruch in Forschung und Entwicklung, der es einem Pharmaunternehmen ermöglicht, einen lang ersehnten Impfstoff auf den Markt zu bringen;

• der Abschluss eines Freihandelsabkommens zwischen zwei oder mehr Ländern, das ihren Unternehmen das Tor zu neuen Märkten und neuen Kunden öffnet;

• der Zusammenschluss von zwei Unternehmen, mit dem diese eine dominierende Stellung auf einem bestimmten Markt erlangen;

• und, natürlich, das allgemeine wirtschaftliche Umfeld, Zinsniveau, Inflation, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftsprognosen und Indikatoren, rechtliche und regulatorische Änderungen, und vieles mehr.

Finanzinstitute, Vermögensverwalter und Anlageberater beschäftigen Heerscharen von Analysten, die genau verfolgen, was in der Wirtschaft, in der Politik und in der Gesellschaft insgesamt passiert, und die versuchen, die möglichen Auswirkungen auf die Finanzmärkte vorauszusehen.

Meist lassen sich die möglichen Auswirkungen bestimmter Ereignisse auf sehr unterschiedliche Weise einschätzen. Es gibt selten eine einzige Wahrheit. Jeder Anleger, jeder Händler hat seine eigenen Überzeugungen und Erwartungen, und das ist der Grund – und die Voraussetzung dafür -, dass die Märkte überhaupt funktionieren.

Kluge Anlageentscheidungen erfordern eine Menge Informationen und Wissen und, manchmal, Phantasie.

Wenn Sie nicht die Zeit haben, zumindest Informationen über die wichtigsten Faktoren zu sammeln, zu analysieren und zu bewerten, die einen Einfluss auf ihre Investitionen haben können, sind Sie gut beraten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Zu Anfang dieses Podcasts sprachen wir über die Auswirkungen, die Naturereignisse auf Ihre Investitionen haben können. Wir schulden Ihnen immer noch diese Geschichte. Klicken Sie hier, um sie zu hören.