während der Rente

10 Apr 2018 | Financial education  


während der Rente

Rentner

Wenn sie eine Anlageentscheidung treffen, denken viele Menschen nur an ihre aktuelle finanzielle Lage. Das reicht nicht, denn sowohl was sie verdienen als auch was sie mit ihrem Geld tun ändert sich im Laufe ihres Lebens. Ihre Entscheidungen beeinflussen sie nicht nur heute, sondern über viele Jahre hinweg.

Verstehen, in welcher Lebensphase Sie sich gerade befinden, Ihre künftigen finanziellen Bedürfnisse einschätzen, Ihr Geld klug ausgeben und anlegen – darum geht es bei der Finanzplanung.

In unseren früheren Podcasts über Investieren und Anlageklassen haben wir gesehen, dass jede Investition mit einem gewissen Risiko verbunden ist.

Die wichtigste Frage, die Sie sich deshalb stellen sollten ist:

Kann ich es mir leisten, einen Teil meines investierten Geldes, oder sogar mein gesamtes investiertes Geld, zu verlieren?

Um diese Frage zu beantworten, müssen Sie Ihre persönliche und finanzielle Lage sorgfältig analysieren. Mit anderen Worten: Sie müssen Ihr Anlegerprofil erstellen.

Veranschaulichen wir das mit einem Beispiel:

Erwin und Hannelore sind Rentner, ihre Kinder sind ausgezogen und haben ihre eigenen Familien. Sie sind bei guter Gesundheit und möchten ihren derzeitigen Lebensstandard aufrechterhalten, gleichzeitig aber auch genügend Geld zur Verfügung haben, um für eventuelle Krankheitskosten aufkommen oder den Kindern aushelfen zu können. Ihr Renteneinkommen ist hoch genug, um ihre laufenden Lebenshaltungskosten zu decken, sie haben über die Jahre einige Ersparnisse angelegt, haben aber kein Geld für einen längeren Urlaub oder andere Vorhaben.

Der Anlagehorizont von Erwin und Hannelore ist ungewiss: Obwohl sie schätzen, dass sie noch 15 Jahre lang ein aktives Leben führen werden, so kann dieser Zeitraum durchaus länger sein, abhängig von ihrem Gesundheitszustand und der Unterstützung durch ihre Kinder. Ihr Ziel ist es, ihre Ersparnisse für den Rest ihres aktiven Lebens zu erhalten und auf diese zurückgreifen zu können, wenn sie alt und gebrechlich werden. Sie würden auch gerne einige Einnahmen aus ihren Investitionen erzielen, um ihre Rentenbezüge aufzubessern.

Erwin und Hannelore wählen folgende Investitionen:

Um den gröβten Teil ihrer Ersparnisse zu erhalten und ihre Rente aufzubessern, investieren sie 50% ihrer Ersparnisse in hochwertige Unternehmens¬anleihen, die jährliche Zinserträge bringen.

Graphik A

Um der Möglichkeit Rechnung zu tragen, dass ihr aktives Leben länger als 15 Jahre dauern wird, wollen sie in etwas riskantere Anlageinstrumente investieren, die zwar keine laufenden Erträge abwerfen, im Gegenzug jedoch eine höhere Rendite bieten können als Unternehmensanleihen. Deshalb investieren sie ein Viertel ihrer Ersparnisse in Aktien.

Graphik B

Das restliche Viertel ihrer Ersparnisse halten sie weiterhin in leicht zugänglichen Baranlagen, die sie für Krankheitskosten oder Geschenke an ihre Kinder nutzen können.

Grafik C

Wie die meisten von uns sind Erwin und Hannelore keine Finanzexperten und benötigen vielleicht die Hilfe eines Anlageberaters. Ein Berater hilft ihnen, ihr Anlegerprofil zu erstellen, einschlieβlich ihrer Anlageziele, ihres Anlagehorizonts und ihrer Risikobereitschaft. Er unterstützt sie auch dabei, die Investitionen auszuwählen, die zu ihrem Anlegerprofil und zu ihren Anlagezielen passen. Anlageberater gibt es bei Banken, Maklerunternehmen, Vermögensverwaltern und spezialisierten Fondsvertriebsgesellschaften.

Bei der Wahl eines Anlageberaters sollten Sie sich eine Reihe von Fragen stellen: Ist der Anlageberater wirklich unabhängig von jeglichen Anbietern von Finanzprodukten, die seine Anlageempfehlungen beeinflussen könnten? Wie lange arbeitet er schon als Anlageberater? Berücksichtigt er bei seinen Empfehlungen sämtliche Finanzprodukte oder lediglich eine beschränkte Auswahl? Welche Gebühren verlangt er, und wie oft fallen diese an?

Ein Anlageberater sollte gewährleisten, dass die richtigen Entscheidungen in ihrem besten Interesse getroffen werden.