während der Ausbildung

10 Apr 2018 | Financial education  


während der Ausbildung

Studenten

Wenn sie eine Anlageentscheidung treffen, denken viele Menschen nur an ihre aktuelle finanzielle Lage. Das reicht nicht, denn sowohl was sie verdienen als auch was sie mit ihrem Geld tun ändert sich im Laufe ihres Lebens. Ihre Entscheidungen beeinflussen sie nicht nur heute, sondern über viele Jahre hinweg.

Verstehen, in welcher Lebensphase Sie sich gerade befinden, Ihre künftigen finanziellen Bedürfnisse einschätzen, Ihr Geld klug ausgeben und anlegen – darum geht es bei der Finanzplanung.

In unseren früheren Podcasts über Investieren und Anlageklassen haben wir gesehen, dass jede Investition mit einem gewissen Risiko verbunden ist.

Die wichtigste Frage, die Sie sich deshalb stellen sollten ist:

Kann ich es mir leisten, einen Teil meines investierten Geldes, oder sogar mein gesamtes investiertes Geld, zu verlieren?

Um diese Frage zu beantworten, müssen Sie Ihre persönliche und finanzielle Lage sorgfältig analysieren. Mit anderen Worten: Sie müssen Ihr Anlegerprofil erstellen.

Veranschaulichen wir das mit einem Beispiel:

Katharina ist 20 Jahre alt, studiert Finanzwesen und beginnt, die Finanzmärkte zu verstehen, hauptsächlich durch ihr Studium und über das Internet. Sie ist in der glücklichen Lage, dass sie am Ende ihrer Studien nur ein bescheidenes Studentendarlehen zurückzahlen muss und dass sie über kleine Ersparnisse verfügt. Sie plant, in 5 Jahren anzufangen zu arbeiten, in 5 bis 10 Jahren ein kleines Apartment zu kaufen und in 10 Jahren eine Familie zu gründen. Während ihres Praktikums profitiert sie von einem Erasmus-Stipendium, und sie verdient monatlich 150 Euro mit einem Teilzeitjob. Auf kurze Sicht braucht Katharina Geld, um ihre täglichen Ausgaben zu finanzieren, doch sie möchte etwas Geld zur Seite legen, um sich den Start ins Berufsleben zu erleichtern und um eine erste Grundlage für ihre langfristigen finanziellen Ziele zu haben. Sie beschlieβt, jeden Monat 50 Euro aus ihrem Studentenjob zu investieren.

Katharina scheut das Risiko, sie will nichts von ihrem Ersparten verlieren, gleichzeitig aber auch mit ihrer Geldanlage eine bescheidene Rendite erwirtschaften. Deshalb investiert sie 90% ihrer Ersparnisse in ein risikoarmes Portfolio erstklassiger Unternehmens- und Staatsanleihen, die jährliche Zinsen abwerfen. Die restlichen 10% steckt sie in einen Geldmarktfonds, um jederzeit etwas frei verfügbare Mittel zu haben, um ihre täglichen Ausgaben abzudecken.

Wie die meisten von uns ist Katharina kein Finanzexperte, und während sie sich jetzt noch auf den Rat von Familie und Freunden verlassen kann, so kann sie doch bereits darüber nachdenken, eines Tages auf die Hilfe eines Anlageberaters zurückzugreifen.

Ein Berater hilft Ihnen, Ihr Anlegerprofil zu erstellen, einschlieβlich Ihrer Anlageziele, Ihres Anlagehorizonts und Ihrer Risikobereitschaft. Er unterstützt Sie auch dabei, die Investitionen auszuwählen, die zu Ihrem Anlegerprofil und zu Ihren Anlagezielen passen. Anlageberater gibt es bei Banken, Maklerunternehmen, Vermögensverwaltern und spezialisierten Fondsvertriebsgesellschaften.

Bei der Wahl eines Anlageberaters sollten Sie sich eine Reihe von Fragen stellen:

Ist der Anlageberater wirklich unabhängig von jeglichen Anbietern von Finanzprodukten, die seine Anlageempfehlungen beeinflussen könnten? Wie lange arbeitet er schon als Anlageberater? Berücksichtigt er bei seinen Empfehlungen sämtliche Finanzprodukte oder lediglich eine beschränkte Auswahl? Welche Gebühren verlangt er, und wie oft fallen diese an?

Ein Anlageberater sollte gewährleisten, dass die richtigen Entscheidungen in Ihrem besten Interesse getroffen werden.