als Berufsanfänger

10 Apr 2018 | Financial education  


als Berufsanfänger

Junge Berufstätige

Wenn sie eine Anlageentscheidung treffen, denken viele Menschen nur an ihre aktuelle finanzielle Lage. Das reicht nicht, denn sowohl was sie verdienen als auch was sie mit ihrem Geld tun ändert sich im Laufe ihres Lebens. Ihre Entscheidungen beeinflussen sie nicht nur heute, sondern über viele Jahre hinweg.

Verstehen, in welcher Lebensphase Sie sich gerade befinden, Ihre künftigen finanziellen Bedürfnisse einschätzen, Ihr Geld klug ausgeben und anlegen – darum geht es bei der Finanzplanung.

In unseren früheren Podcasts über Investieren und Anlageklassen haben wir gesehen, dass jede Investition mit einem gewissen Risiko verbunden ist.

Die wichtigste Frage, die Sie sich deshalb stellen sollten ist:

Kann ich es mir leisten, einen Teil meines investierten Geldes, oder sogar mein gesamtes investiertes Geld, zu verlieren?

Um diese Frage zu beantworten, müssen Sie Ihre persönliche und finanzielle Lage sorgfältig analysieren. Mit anderen Worten: Sie müssen Ihr Anlegerprofil erstellen.

Veranschaulichen wir das mit einem Beispiel:

Anna hat einen Universitätsabschluss und einen Vollzeitjob, und vor kurzem erhielt sie eine kleine Erbschaft von ihren Groβeltern. Sie ist Single und noch unsicher, wie ihre Situation in fünf Jahren aussehen und wann sie eine Familien gründen wird. Doch sie weiβ, dass es eines ihrer finanziellen Ziele ist, sich in etwa zehn Jahren ein Haus zu kaufen. Sie ist der Meinung, dass sie im Laufe der Jahre in ihrer beruflichen Karriere vorankommen und ihr Einkommen steigern wird. Sie hat ein kleines Studiendarlehen zurückzuzahlen, kann aber dennoch einen Teil ihres monatlichen Verdienstes zur Seite legen.

Annas Anlegerprofil ist das eines jungen Berufstätigen, und sie ist in der glücklichen Lage, über etwas Geld zu verfügen, das sie investieren kann. Ihr Anlagehorizont geht über zehn Jahre, sie ist auch bereit, gewisse Risiken einzugehen, um ihre Anlageziele zu erreichen, und sie macht sich wenig Sorgen über eventuelle kurzfristige Verluste.

Anna entscheidet sich dafür, 80% ihrer Ersparnisse in einen breit gestreuten Investmentfonds mit Aktien einer Palette von europäischen und global agierenden Unternehmen zu investieren, in der Erwartung, dass der Wert ihrer Geldanlage über die kommenden 10 Jahre steigen wird.

Graphik A

Und was ist mit den restlichen 20%? Anna legt dieses Geld in Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 5 bis 10 Jahren an. Dies bietet ihr sowohl eine gewisse Sicherheit als auch regelmäβige Zinseinkünfte.

Graphik B

Annas Anlegerprofil als junge Berufstätige erlaubt es ihr, ein moderates Risiko einzugehen, um ihre Anlageziele zu erreichen. Es ist wichtig zu wissen dass es keine Garantie dafür gibt, dass Anna am Ende ihres Anlagehorizonts über das Vermögen verfügen wird, das sie sich erwartet. Wir haben jedoch bereits gesehen, dass ein Anleger ein gewisses Anlagerisiko akzeptieren muss, wenn er höhere Renditen erzielen will.

Wie die meisten von uns ist Anna kein Finanzexperte und benötigt vielleicht die Hilfe eines Anlageberaters. Ein Berater hilft ihr, ihr Anlegerprofil zu erstellen, einschlieβlich ihrer Anlageziele, ihres Anlagehorizonts und ihrer Risikobereitschaft. Er unterstützt sie auch dabei, die Investitionen auszuwählen, die zu ihrem Anlegerprofil und zu ihren Anlagezielen passen. Anlageberater gibt es bei Banken, Maklerunternehmen, Vermögensverwaltern und spezialisierten Fondsvertriebsgesellschaften.

Bei der Wahl eines Anlageberaters sollten Sie sich eine Reihe von Fragen stellen: Ist der Anlageberater wirklich unabhängig von jeglichen Anbietern von Finanzprodukten, die seine Anlageempfehlungen beeinflussen könnten? Wie lange arbeitet er schon als Anlageberater? Berücksichtigt er bei seinen Empfehlungen sämtliche Finanzprodukte oder lediglich eine beschränkte Auswahl? Welche Gebühren verlangt er, und wie oft fallen diese an?

Ein Anlageberater sollte gewährleisten, dass die richtigen Entscheidungen in ihrem besten Interesse getroffen werden.