Merkmale eines Investmentfonds

Was ist ein Investmentfonds?

Ein Investmentfonds ist ein Vehikel, in dessen Rahmen mehrere einzelne und nicht miteinander in Verbindung stehende Investoren, eine Gruppe von Personen oder Unternehmen gemeinsam in Kapitalanlagen investieren können. Indem sie ihr Kapital zusammenlegen, können die Anleger sich die Kosten teilen und von den Vorteilen höherer Anlagebeträge profitieren, einschließlich der Möglichkeit einer breiteren Diversifikation in verschiedene Vermögenswerte und damit der Streuung der Risiken. Für den Aufbau und den Betrieb eines Investmentfonds gibt es viele unterschiedliche Gestaltungsspielräume, die im Allgemeinen von den Ansprüchen der Fondsanleger abhängen.

Die Anzahl der Investoren in einem Fonds ist nicht festgelegt. Investmentfonds können in unterschiedlicher Form gestaltet werden, zum Beispiel als Investmentgesellschaft, mit Anlegern als Aktionären und einem Verwaltungsrat, oder als vertragliche Vereinbarung zwischen Anlegern und Verwaltungsgesellschaft. Die Laufzeit eines Fonds kann von vornherein offen oder auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt sein. Fonds investieren in traditionelle Vermögenswerte wie Aktien und Anleihen oder können auch in so ausgefallene Anlagen wie Qualitätsweine, Gemälde oder Urheberrechte investieren. Sie können Erträge für die Investoren erzielen oder einen möglichst hohen Kapitalwert der Anlagen anstreben. Sie stehen entweder allen Privatanlegern zur Verfügung oder sind kompetenten Investoren wie Finanzinstituten und sehr wohlhabenden Familien vorbehalten.

Die Luxemburger Fondsgesetze gelten für viele unterschiedliche Fondsarten, aber die wichtigste Kategorie ist die der OGAW-Fonds, die nach den strengen Vorschriften der Europäischen Union aufgelegt werden und nur in bestimmten Anlageklassen investieren dürfen. OGAW-Fonds können von den Investoren in jedem europäischen Land gekauft werden, in dem sie zum Vertrieb zugelassen sind, und darüber hinaus in bestimmten Ländern anderer Regionen oder Kontinente in denen sie zugelassen sind, wie beispielsweise in einigen Ländern Asiens. In Luxemburg sind annähernd drei Viertel aller europäischen Fonds angesiedelt, die an Investoren in mehr als einem Land vertrieben werden.

FCP und SICAV

FCPs und SICAVs sind zwei der wichtigsten Fondsarten in Luxemburg. Beide können als OGAW-Fonds aufgelegt werden. FCP steht für den französischen Ausdruck „Fonds Commun de Placement“ und bedeutet übersetzt „gemeinsamer Investmentfonds“. Wie ein sog. Unit Trust in Großbritannien wird er in Form eines Vertrages zwischen dem Fondsmanager und den Investoren aufgelegt, ähnlich wie eine Partnerschaft, und ist kein eigenständiges Rechtssubjekt. Das Rechtssubjekt ist die Verwaltungsgesellschaft, die den Fonds auflegt. Als Investor hält man Anteile an einem FCP.

SICAV steht für „Société d’Investissement à Capital Variable“ oder offene Investmentgesellschaft, an der man in Form von Aktien beteiligt ist. Hier ist der Fonds selbst eine Aktiengesellschaft und damit auch das Rechtssubjekt. Die Höhe des Gesellschaftskapitals ist von den Einzahlungen der Investoren abhängig. Wie bei einem FCP richtet sich der Kauf- und Verkaufspreis der Anteile einer SICAV nach dem Wert des Fondsvermögens, dem Nettoinventarwert. Eine SICAV kann entweder unter Einhaltung der geltenden Gesetze und Regulierungsvorschriften eine andere Gesellschaft mit der Verwaltung beauftragen oder sich selbst verwalten.

Für den privaten Anleger macht es technisch in der Praxis kaum einen Unterschied, ob ein Fonds ein FCP oder eine SICAV ist. Allerdings können sich individuelle steuerliche Konsequenzen ergeben, die Sie mit Ihrem Anlageberater sorgfältig abwägen sollten.

Thesaurierung und Ausschüttung

Manche Investoren möchten mit ihren Fondsanlagen regelmäßige Erträge erzielen. Andere dagegen möchten den Wert ihrer ursprünglichen Investition dahingehend steigern, indem sie die erzielten Gewinne in denselben Investmentfonds reinvestieren. Daher bieten Fonds die Wahl zwischen ausschüttenden Anteilen, die in regelmäßigen Abständen Erträge, wie z.B. erhaltene Zinsen oder Dividenden ausschütten und thesaurierenden Anteilen bzw. Anteilen, die die Erträge der Vermögenswerte automatisch in den Fonds reinvestieren.

Ein Investmentfonds mit ausschüttenden Anteilen ist dann die richtige Wahl, wenn Sie mit Ihrer Anlage einen zusätzliches Einkommen erzielen müssen, über das sie regelmäßig verfügen möchten. Wenn Sie dagegen auf ein langfristiges Ziel wie beispielsweise die Altersvorsorge hinarbeiten, sind thesaurierende Anteile vielleicht besser geeignet. Der Wert ausschüttender Anteile kann mit der Zeit zunehmen, obwohl der Anstieg wahrscheinlich nicht so stark wachsen wird wie eine entsprechende Investition in thesaurierende Anteile, da die Ausschüttungen das Fondsvermögen und damit den Anteilspreis verringern.

Die Reinvestition von Erträgen durch thesaurierende Anteile sind in der Regel kostenlos und erfolgen automatisch. Wenn Sie sich stattdessen bei ausschüttenden Anteilen den Ertrag gutschreiben auszahlen lassen und anschließend erneut durch den Erwerb zusätzlicher Anteile im Fonds anlegen, zahlen Sie unter Umständen einen Ausgabeaufschlag von mehreren Prozent. Abhängig von den Vorschriften im Land Ihres Wohnsitzes werden ausschüttende und thesaurierende Anteile steuerlich eventuell unterschiedlich behandelt. Sie sollten dies sorgfältig mit Ihrem Anlageberater abwägen.

Umbrella-Fonds

Viele Luxemburger Investmentfonds sind sogenannte Umbrella-Fonds, die aus verschiedenen Teilfonds bestehen. Diese Teilfonds funktionieren im Grunde genommen wie getrennte Investmentfonds, bilden jedoch eine juristische Einheit. Auf diese Weise können Fonds, die unterschiedliche Strategien verfolgen oder auf unterschiedliche Arten von Investoren ausgerichtet sind, innerhalb ein und derselben juristischen Struktur aufgelegt werden, was ggfs. die Fondskosten verringern kann. Die Umschichtung ihrer Anlagen von einem Fonds auf einen anderen ist für die Anleger in der Regel mit geringeren Kosten verbunden, wenn beide Fonds zum selben Umbrella-Fonds gehören. Je nach den Vorschriften Ihres Heimatlandes können sich jedoch auch hier steuerliche Konsequenzen ergeben.

Wie wird der Fondspreis festgelegt?

Der Preis eines Anteils an einem offenen Investmentfonds (FCP oder SICAV) richtet sich nach dem Wert seines Vermögens und wird als Nettoinventarwert (NIW) ausgedrückt. Der NIW wird als Marktwert des Fondsvermögens berechnet, abzüglich der Verbindlichkeiten wie Aufwendungen oder sonstige Schulden. Dieser Wert wird dann durch die Anzahl der Fondsanteile dividiert, die an die Investoren ausgegeben wurden. Zum Beispiel: Ein Fonds mit einem Vermögen im Wert von 100 Mio. EUR und Verbindlichkeiten im Wert von 5 Mio. EUR verfügt über ein Nettovermögen von 95 Mio. EUR. Wenn 10 Mio. Fondsanteile im Umlauf sind, beträgt der NIW je Anteil 9,50 EUR. Dies ist der Preis, zu dem die Anteile des Fonds erworben oder zurückgegeben werden können, abzüglich (bei Verkauf) oder zuzüglich (bei Kauf) etwaiger Gebühren und Provisionen.

Kosten und Gebühren von Investmentfonds

Beim Kauf bzw. Verkauf von Anteilen kommen auf die Investoren verschiedene Gebühren und Kosten zu und auch der Investmentfonds selbst unterliegt diversen Gebühren, die aus dem Fondsvermögen gezahlt werden. Bei einer Investition in einen Fonds fällt häufig ein Ausgabeaufschlag an, der bis zu 5 Prozent des Werts der anfänglichen Anlagesumme betragen kann. Dieser Zuschlag wird i.d.R. nicht von der Fondsgesellschaft einbehalten, sondern dient der Deckung der Kosten der Vertriebsleistung, etwa die Provision, die für den Fondsvertrieb an Banken oder andere Finanzberater gezahlt wird. Manche Fonds berechnen auch Abschläge, wenn Fondsanteile verkauft bzw. zurückgenommen werden, vor allem dann, wenn die Anteile nur für sehr kurze Zeit gehalten wurden.

Die laufenden Kosten des Investmentfonds werden in der Regel als Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) angegeben. Darin enthalten ist die Gebühr, die der Fondsmanagementgesellschaft dafür gezahlt wird, dass sie über die Fondsanlagen entscheidet und diese verwaltet, sowie für weitere Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Fondsgeschäft. Dazu gehören u.a. die Verwahrung der Vermögenswerte bei der Depotbank des Fonds, die Berechnung des Nettoinventarwerts, Rechtskosten, Wirtschaftsprüfung und Marketingkosten.

Eine wichtige Komponente in der Kostenstruktur eines Investmentfonds ist die Gebühr des Fondsmanagers, die davon abhängt, wie komplex die Anlagestrategie des Fonds ist. Daher kann die TER aktiv verwalteter Fonds durchaus bis zu 2 Prozent betragen und bei sehr spezialisierten oder exotischen Fonds sogar noch höher sein. Dagegen liegt die TER eines passiven Fonds, der einen bestimmten Index nachbilden soll, in der Regel bei unter 1 Prozent.

Informationen über Investmentfonds verstehen

Informationen über einen Investmentfonds können Sie aus unterschiedlichen Quellen erhalten. Die drei wichtigsten sind der Verkaufsprospekt, der Jahres- bzw. Halbjahresbericht des Fonds und das Marketingmaterial (einschließlich der Internetseite des Fondsmanagers). Alle Quellen haben das Ziel die Anleger über die Fondscharakteristika zu informieren, legen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte und bieten die Informationen auf unterschiedliche Art und Weise an. Sie sollten möglichst viele Informationen lesen und diese mit Ihrem Finanzberater erörtern, bevor Sie Ihre Anlageentscheidung treffen.

Der Verkaufsprospekt ist das Hauptdokument des Investmentfonds. Er enthält ausführliche Informationen über die grundlegende Vorgehensweise des Fonds sowie eine detaillierte Übersicht der damit verbundenen Risiken. Obwohl er ein wichtiges Dokument ist, kann der Verkaufsprospekt den Leser durchaus auch überfordern. Der Umfang an Informationen ist nicht selten überwältigend und von Fachbegriffen geprägt, sodass die Investoren mitunter die Hilfe eines Anlageberaters benötigen.

Bis Juni 2011 mussten OGAW-Fonds auch einen „vereinfachten Verkaufsprospekt“ vorlegen, eine Art Kurzfassung des Hauptprospektes, die sich jedoch als nicht so anwenderfreundlich herausgestellt hat wie zunächst angenommen. Die OGAW-IV-Richtlinie ersetzt diesen Kurzprospekt nun durch das Key Investor Information Document (in den meisten Fällen mit KIID abgekürzt, aber auch KII oder KID sind gebräuchlich), das die Hauptmerkmale eines Fonds in leicht verständlicher Sprache prägnant und zugleich inhaltsreich zusammenfasst. Es erscheint in einem Standardformat und besteht in der Regel aus zwei DIN-A4-Seiten, mit einer dreiseitigen Fassung für strukturierte Fonds.

Key Investor Information Document

Das Key Investor Information Document ist ein kurzes Dokument, das den Fonds in einer für Investoren übersichtlichen und leicht verständlichen Weise beschreiben soll. Es soll Privatkunden besser darüber informieren, wie Investmentfonds vorgehen und mit welchen Risiken sie verbunden sind. Fondsmanager müssen für jeden OGAW-Fonds, den sie vertreiben, ein KIID zur Verfügung stellen. Darüber hinaus steht es ihnen frei, ein gesondertes Dokument auch für jede einzelne Anteilklasse eines bestimmten Fonds anzubieten, etwa weil die Performance je nach Anlagewährung oder Ausschüttungspolitik der betreffenden Anteile unterschiedlich ausfallen kann. 

Das KIID soll dabei für sich alleine stehen; der Investor sollte nicht auf den Fondsprospekt angewiesen sein, um entscheiden zu können, ob sich der Fonds für seine Bedürfnisse und sein Anlageprofil eignet. Als Mindestangaben schreibt die OGAW-IV-Richtlinie in jedem Fall den Namen des Fonds, eine kurze Beschreibung seiner Anlageziele und -politik, eine Beschreibung der bisherigen Wertentwicklung bzw. der Performance-Szenarien, eine Auflistung der Kosten und das voraussichtliche Risiko-Rendite-Profil des Fonds vor, gemessen am sogenannten Synthetic Risk and Reward Indicator (SRRI). Das KIID sollte in einer klaren Ausdrucksweise gehalten sein und in Form, Inhalt und Länge den Vorgaben entsprechen, damit die Investoren verschiedene Fonds leichter miteinander vergleichen können. 

Wenn der Fonds in signifikanter Weise verändert wird, z.B. in Bezug auf sein Risiko-Rendite-Profil oder sein Personal, muss das KIID entsprechend angepasst werden (die Regulierungsbehörden in allen EU-Ländern, in denen der Fonds vertrieben wird, sind ebenfalls davon in Kenntnis zu setzen). Darüber hinaus sollte das Dokument jeweils zum Jahresende aktualisiert und die Neufassung innerhalb von 35 Arbeitstagen nach Ablauf des Jahres veröffentlicht werden. Vor dem 1. Juli 2011 aufgelegte Fonds profitieren von einer Übergangsregelung, die ihnen für die erstmalige Veröffentlichung eines KIID eine 12-monatige Frist einräumt. Alle anderen Fonds müssen das Dokument sofort vorlegen. Das KIID muss in mindestens einer Amtssprache eines jeden Mitgliedstaates, in dem der Fonds vertrieben wird, oder einer anderen Sprache veröffentlicht werden, die von der Finanzaufsicht des jeweiligen Landes anerkannt wird.

Format und Inhalt des KIID werden von der zuständigen Regulierungsbehörde des Fonds kontrolliert (bei Fonds in Luxemburg die CSSF). Der Investmentfondsbranche bietet das Dokument die Möglichkeit, ihre Kunden besser denn je zu informieren, wodurch das Vertrauen der Anleger in die Fondsmanager und ihre Produkte nur gewinnen kann. Für alle Luxemburger OGAW-Fonds gelten dieselben Regeln, aber was den Inhalt des KIID und die Darstellung der Informationen anbelangt, werden andere EU-Staaten eventuell etwas unterschiedliche Vorschriften für die in ihrem Rechtsgebiet aufgelegten Fonds festlegen.

  • Inhalt desKIID

Das Dokument beginnt mit dem Namen des Fonds und ggf. der gegliederten Umbrella-Struktur, der er beispielsweise als Teilfonds angehört. Weitere Angaben sind ggf. die Anteilklasse sowie der Name der Fondsverwaltungsgesellschaft bzw. ihrer übergeordneten Unternehmensgruppe.

Der erste Abschnitt behandelt die Anlageziele und –politik des Fonds. Die Fondsziele können sowohl Erträge als auch Kapitalzuwachs und nicht selten auch beides zugleich umfassen. Aus der Anlagepolitik sollte hervorgehen, in welche Art von Vermögenswerten der Fonds investiert. Dabei sind sowohl die Art der Wertpapiere als auch die Merkmale der emittierenden Unternehmen zu nennen, insbesondere die Länder, in denen sie angesiedelt sind und der Wirtschaftszweig (z.B. Bergbau, Agrarwirtschaft, Stahl, Transport, verarbeitendes Gewerbe, Technologie oder Dienstleistungsbranche), in dem diese Unternehmen tätig sind. Die Anlagepolitik kann zum Beispiel darauf hinweisen, dass 75 Prozent des Fondsvermögens in die Aktien von Banken und Finanzdienstleistern mit Sitz oder Tätigkeit in den USA investiert werden dürfen. In diesem Abschnitt dürfen auch alle relevanten Benchmarks erwähnt werden, etwa ein Marktindex, der als Vergleichsmaßstab für die Fondsperformance dient. Erlaubt ist auch eine Empfehlung in Bezug auf den Mindestanlagezeitraum, der ggf. erforderlich ist, um von der Anlagestrategie des Fonds profitieren zu können, beispielsweise ein Jahr.

Die Risikokennzahl SRRI gibt an, wo der Fonds auf einer Risikoskala von 1 (das geringste Risiko, jedoch mit einer potenziell geringeren Rendite) bis 7 (das höchste Risiko mit einer entsprechend hohen potenziellen Rendite) einzuordnen ist. Das Dokument sollte näher erläutern, welche Risiken der Fonds mit sich bringt, einige Faktoren nennen, die die Fondsperformance verändern können und erklären, warum der Fonds dieses jeweilige Rating erhalten hat. Es kann auch auf weitere Risiken eingehen, zum Beispiel Wechselkursschwankungen, die sich auf die Erträge von Schwellenmarktfonds auswirken können.

Das KIID gibt die Kosten an, die von einzelnen Investitionen bzw. dem Fondsvermögen abgezogen werden, sodass sich die Erträge des Investoren verringern. Dazu gehören die Gebühren für Ausgabe und Rücknahme der Fondsanteile sowie für einen Wechsel zwischen verschiedenen Teilfonds der Umbrella-Struktur, jeweils in Prozent des Anlagewertes. Aufgeführt sind ferner die im jeweils letzten Jahr angefallenen Verwaltungsgebühren und sonstigen Aufwendungen des Fonds sowie ggf. die zusätzlichen Performancegebühren, die dem Manager zustehen, wenn die Erträge eine bestimmte Grenze überschreiten. 

Das KIID gibt an, wann der Fonds aufgelegt wurde, seine Basiswährung sowie die Währung, in der seine Wertentwicklung berechnet wird (falls diese von der Basiswährung abweicht). Die Wertentwicklung sollte als jährliche prozentuale Veränderung des Nettoinventarwerts des Fonds grafisch dargestellt werden, neben den entsprechenden Zahlen für die Benchmark. Diese Kalkulation berücksichtigt die laufenden Verwaltungsgebühren und sonstigen Aufwendungen des Fonds, jedoch nicht die Zeichnungs-, Rücknahme- oder Umtauschgebühren, die der Anleger zahlt.

Zu guter Letzt sollte das Dokument auch praktische Informationen enthalten, etwa den Namen der Depotbank, bei der die Vermögenswerte des Fonds verwahrt werden, oder wo die Anleger weitere Informationen erhalten können, z.B. die Jahres- bzw. Halbjahresberichte, den aktuellen Nettoinventarwert, Informationen über andere Anteilklassen oder Teilfonds und wie man zwischen ihnen wechselt. All diese Informationen sollten auch auf der Internetseite des Fondsmanagers oder –promoters veröffentlicht werden.

Fondsprospekt

Die Informationen in einem Fondsprospekt gliedern sich in vier Hauptkategorien: Anlageziele und -strategien, Risiko, Wertentwicklung und Informationen für die Anleger. Vor der Lektüre des Fondsprospektes sollte man sich zunächst das Veröffentlichungsdatum ansehen, denn ein Fondsprospekt kann im Laufe der Zeit Änderungen erfahren. Anleger sollten sicherstellen, dass ihnen die aktuellste Fassung vorliegt. Der Prospekt steht normalerweise auf der Internetseite des Fondsmanagements oder des Fondspromoters zur Verfügung, ebenso wie aktualisierte Fondsangaben. Im Gegensatz zum KIID besteht keine Verpflichtung, den vollständigen Prospekt und Jahresabschluss des Fonds in die Amts- oder sonstigen Sprachen der Länder zu übersetzen, in denen der Fonds vertrieben wird, wenn diese bereits in einer Sprache vorliegen, die „in der internationalen Finanzwelt üblich“ ist – in der Praxis Englisch.

  • Anlageziel und Anlagepolitik

Wenn ein Investmentfonds aufgelegt wird, ist sein Anlageziel bzw. seine Anlagepolitik klar definiert. Im Prospekt wird erläutert, welche Anlagepolitik der Fonds verfolgt und welche Anlagekategorien er verwendet, um diese Ziele zu erreichen. Oft werden auch die Vergleichswerte (Benchmarks), wie z.B. Indizes genannt, an denen die Fondsentwicklung sich orientiert. Informationen über den Vergleichsindex können ebenfalls bereit gestellt werden, insbesondere bei passiv gemanagten Fonds, die diesen Index möglichst genau nachbilden sollen.

Zwei verschiedene Investmentfonds können dasselbe Anlageziel verfolgen, dabei aber unterschiedliche Methoden anwenden. Der Prospekt erklärt die Anlagebeschränkungen und -grenzen, die dem Fonds auferlegt sind, zum Beispiel wie viel maximal in einen einzelnen Vermögenswert investiert werden kann und ob bzw. wie der Manager Derivate einsetzen darf. Anhand dieser Beschreibung können Anleger entscheiden, ob Anlageziel und -politik des Fonds ihrem eigenen Anlagebedarf entsprechen.

  • Risiko

In jedem Fall sollte sich der Anleger über die Art der Risiken im Klaren sein, die ein Fonds eingehen wird, um seine Ziele zu erreichen und er sollte auch die verschiedenen Risikoarten verstehen. Der Prospekt erläutert, welchen Risiken der Fonds ausgesetzt ist, wie z.B. dem Kredit-, Liquiditäts-, Zins-, Währungs- oder Marktrisiko. Neben dem Risikoprofil des Fonds finden Sie möglicherweise auch nähere Angaben über das Risikoprofil eines typischen Anlegers, für den ein solcher Fonds in Frage kommt. Diese Information und die Angabe über den Risikograd des Fonds hilft Ihnen bei der Entscheidung, ob der Fonds ein geeignetes Investment für Sie ist.

Beispielsweise sollte der Prospekt eines Aktien-Branchenfonds erläutern, dass dieser Fonds in der Regel einem erheblich größeren Risiko ausgesetzt ist, da er nur in Werte einer einzigen Branche investiert. Der Prospekt eines Rentenfonds weist ggfs. auf die typische Qualität und Kreditwürdigkeit von Wertpapieren aus industrialisierten Regionen im Vergleich zu den Schwellenländern hin.

  • Wertentwicklung

Ein Prospekt kann Angaben zur Wertentwicklung enthalten, die die historische Performance des Investmentfonds im Laufe bestimmter Zeiträume darstellen. Daran können Sie auch ablesen, ob der Fonds seine Performance-Ziele in der Vergangenheit erreicht hat. Der Verlauf der Wertentwicklung des Fonds wird mitunter grafisch dargestellt, sodass sich daraus eine klare visuelle Analyse der Preisschwankungen des Fonds (Volatilität) ergibt. Mit diesen Angaben können Sie auch die Wertentwicklung von Fonds vergleichen, die ähnliche Ziele, aber ein unterschiedliches Fondsmanagement aufweisen.

Es sollte nicht vergessen werden, dass Investmentfonds, die sich in ihrer Anlagepolitik oder ihrem Anlageziel ähneln, nicht unbedingt auf dieselbe Art und Weise verwaltet werden. Ein Vergleich der Fondsunterlagen kann Ihnen die Unterschiede in der Struktur und Strategie aufzeigen. Des Weiteren wird jeder Fondsprospekt unmissverständlich darauf hinweisen, dass anhand der bisherigen Wertentwicklung keine Voraussage über die künftige Wertentwicklung möglich ist – ein Aspekt, den Anleger stets beachten müssen.

  • Informationen für Anleger

Dieser Teil des Prospektes umfasst Informationen darüber, wie der Investmentfonds bewertet wird und gibt an, wie der Nettoinventarwert (NIW), zu dem Sie Fondsanteile kaufen oder verkaufen, berechnet wird. Hier erfahren Sie, über welchen Weg Sie Fondsanteile kaufen und verkaufen können und welche Kosten damit verbunden sind. Gegebenenfalls gibt der Prospekt auch Auskunft über ein vorgeschriebenes Mindestanlagekapital bei dem Erwerb der Anteile.

Der Jahresbericht

Der Jahresbericht eines Investmentfonds gibt Ihnen Aufschluss darüber, wie die Manager ihre Arbeit durchgeführt haben. Es ist ein wichtiges Dokument, das die Fondsgeschäfte innerhalb eines bestimmten Zeitraums und die allgemeine finanzielle Lage des Fonds darstellt. In seiner Einführung blickt der Fondsmanager auf die Wertentwicklung des Fonds zurück und erläutert Ihnen die Entwicklung der Märkte und Vermögenswerte. Anhand des Jahresberichtes können Sie sich ein Urteil darüber bilden, ob der Fonds seine Anlagepolitik ordnungsgemäß umgesetzt hat und ob er sich weiterhin für Ihre Bedürfnisse und Ihr Anlegerprofil eignet. Ein Jahres- oder Halbjahresbericht legt die Rendite des Fonds, seine Kapitalanlagen und die entstandenen Kosten dar. Der Jahresbericht enthält ferner den Bericht eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers des Fonds, der die Richtigkeit der Darstellung des Jahresabschlusses geprüft und testiert hat.

Die Marketing Unterlagen

Betonen vor allem die Vorteile einer Anlage in einen bestimmten Investmentfonds (das KIID gehört nicht zu den Marketing-Unterlagen). Es ist in einem den Leser ansprechenden Stil und Ton verfasst und nimmt oft Bezug auf den Nutzen des Investmentfonds in Zusammenhang mit einem bestimmten Aspekt der Lebensführung, wie z.B. Altersvorsorge oder die Ausbildungsfinanzierung. Ziel der Marketingunterlagen ist es, neue Investoren zu gewinnen. Trotz Hochglanzformat und schöner Bilder sollten die maßgeblichen Informationen über den Fonds allerdings nicht fehlen. Das können neben einer Erläuterung der Anlagepolitik und der Anlageziele des Fonds auch Angaben zur bisherigen Wertentwicklung sein. Das Marketingmaterial sollte stets in Verbindung mit dem Fondsprospekt gelesen werden.

Wie Fondsanteile gekauft oder verkauft werden

Der Prospekt des Investmentfonds erläutert, in welchen Zeitintervallen Fondsanteile gekauft (Zeichnung) und verkauft (Rücknahme) werden können. Die meisten OGAW-Fonds bieten die Möglichkeit einer täglichen Zeichnung und Rücknahme, manche beschränken dies jedoch auf einmal die Woche oder zweimal im Monat. Es kann vorkommen, dass ein Fonds für neue Zeichnungen geschlossen ist und die Anleger daher keine Anteile kaufen können oder auch dass Fondsanteile nur noch von bereits bestehenden Investoren erworben werden können.

Der Kaufpreis (Zeichnungspreis) und der Verkaufserlös (Rücknahmeerlös) entspricht dem Wert des Anteils, zuzüglich oder abzüglich Gebühren und Provisionen. Diese Informationen sind ebenfalls im Verkaufsprospekt enthalten.

Die Vorgehensweise beim Kauf und Verkauf von Fondsanteilen unterscheidet sich von Land zu Land und richtet sich nach den Vertriebskanälen, die das Fondsmanagement oder die Investmentgesellschaft verwendet. Informationen hierüber erhalten Sie bei Ihrem Anlageberater oder der Fondsmanagementgesellschaft. Der Fondsprospekt gibt ferner Angaben zu den Vertriebswegen, den Zahlstellen und anderweitigen Bevollmächtigten, die hierüber Auskunft geben können.

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