Verschiedene Arten von OGAW-Fonds

Geldmarktfonds investieren in Geldmarktinstrumente (wie z.B. Schuldtitel mit kurzfristiger Laufzeit, Fest- und Termingelder), die ein geringes Kurssisiko bei Zinsschwankungen und i.d.R. eine hohe Bonität aufweisen. Sie sind in der Regel weniger riskant als andere Fondsarten. Ihre Rendite entspricht weitgehend den kurzfristigen Marktzins, die häufig höher sind als die Verzinsung eines Sparkontos bei einer Bank.

Rentenfonds investieren in erster Linie in Festverzinsliche Wertpapiere, wie Anleihen und andere Arten von Schuldverschreibungen. Je nach seinem Anlageziel kann die Anlage eines Rentenfonds sich beispielsweise auf eine bestimmte Art von Anleihen wie etwa Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Wandelanleihen oder Nullkuponanleihen konzentrieren. Rentenfonds bringen in der Regel höhere Renditen als Geldmarktfonds und weisen geringere Risiken auf als Aktienfonds. Auch wenn sie allgemein als eine recht risikoarme Anlage gelten, kann der Marktwert einer Anleihe bei Zinsschwankungen fallen. Hinzu kommt, dass Papiere mit besonders attraktiven Renditen, wie z.B. die von Regierungen und Unternehmen in Schwellenländern oder bonitätsschwachen Unternehmen begeben werden, ein größeres Ausfallrisiko bei den Zins- und Tilgungszahlen mit sich bringen. Die meisten Rentenfonds investieren in verschiedene Wertpapiere, die unterschiedliche Risiko- und Renditeprofile aufweisen.

Aktienfonds investieren in die Aktien von Unternehmen, die an einer Wertpapierbörse notiert sind oder an anderen geregelten Märkten gehandelt werden. Das Anlagespektrum eines Aktienfonds ist sehr breit, wobei man häufig zwischen vier verschiedenen Differenzierungsmerkmalen unterscheidet: Unternehmensgröße, Anlagestil, geografische Region und Sektor. Ein Aktienfonds soll im Allgemeinen mithilfe von Kurssteigerungen ein langfristiges Wachstum erzielen. Darüber hinaus kann er auch Erträge in Form von Dividenden erzielen, die von den Unternehmen gezahlt werden, in die der Fonds investiert. Die Qualität und Quantität der Vermögenswerte eines Fonds spiegeln die angestrebte Wachstumsrate wider, die unmittelbar mit dem jeweiligen Grad an Risiko zusammenhängt. Generell gilt: Je größer der erwartete Zuwachs, desto größer der Risikograd. Aktienfonds können durch die Aktienauswahl und Vermögensallokation aktiv verwaltet werden oder auf die Nachbildung eines bestimmten Aktienindex ausgerichtet sein.

Mischfonds investieren in eine Auswahl von Aktien, Anleihen und anderen festverzinslichen Wertpapieren. Mischfonds (oder auch Balanced Funds) streben eine Kombination von Wachstums- und Ertragszielen bei gleichzeitiger Reduktion des Risikos an. Das Verhältnis von Aktien zu Rentenwerten entscheidet in der Regel über die Wachstumserwartungen eines Fonds. Je höher die Aktienkomponente eines Mischfonds, desto größer ist zum einen sein Potenzial für Kursgewinne und zum anderen auch sein Risiko. Da ein Teil des Vermögens in festverzinsliche Wertpapiere investiert wird, bieten diese Fonds in der Regel mehr Stabilität und geringere Risiken als reine Aktienfonds.

Exchange Traded Funds(ETFs) bilden in der Regel die Entwicklung eines bestimmten Index oder eines bestimmten Korbs von Vermögenswerten nach. Da ETFs ebenso wie Aktien an Wertpapierbörsen gehandelt werden, schwanken ihre Kurse im Verlauf des Tages. Anteile an ETFs können die Anleger während der Handelszeiten an den Börsen kaufen und verkaufen, an denen sie notiert sind. Es gibt auch aktiv verwaltete Fonds, die an Wertpapierbörsen notiert sind.

Lebenszyklen-Fonds (Lifecycle-Funds) können in verschiedene andere Investmentfonds oder direkt in Wertpapiere investieren und richten sich nach den Bedürfnissen und Risikoprofile der Anleger, die sich mit zunehmendem Alter verändern. Das vorrangige Ziel eines Lebenszyklus-Fonds besteht darin, bereits in frühen Jahren Anlagen mit langfristig hohen Renditepotential zu tätigen und dann dem Investor schrittweise die Möglichkeit zu geben, den Schwerpunkt auf die Kapitalsicherung zu verlagern, je mehr sie sich ihrem Rentenalter nähern. Lebenszyklus-Fonds investieren zu Beginn in Fonds oder Vermögenswerte mit einem höheren Verhältnis zwischen Risiko und Rendite, wie z.B. in Aktien. Danach geht die Vermögensallokation schrittweise zu einem ausgewogeneren Portfolio über, indem der Anteil festverzinslicher Wertpapiere erhöht wird, und konzentriert sich zum Schluss auf vorsichtigere, konservative Fonds und Anlagen. Dieses Anlagekonzept soll einen frühzeitigen Zuwachs gewährleisten und das Kapital im späteren Verlauf absichern.

Laufzeitenfonds sind mit einer Endfälligkeit versehen und haben daher eine festgelegte Laufzeit. Viele Investoren nutzen Laufzeitenfonds auch für ihre Altersvorsorge, andere konzentrieren sich auf andere Sparziele wie z.B. die Finanzierung von Ausbildungskosten. Laufzeitenfonds können entweder in andere Investmentfonds oder auch direkt in Vermögenswerte wie in der Regel in Anleihen investieren. Spätestens am jeweiligen Endfälligkeitstermin des Fonds werden die Wertpapiere verkauft oder – im Falle von Anleihen – erreichen ihre Fälligkeit. Die Erlöse werden dann an den Investor ausgezahlt.

Garantie- undKapitalschutzfonds eignen sich für den vorsichtigen Anleger. Diese Investmentfonds sollen gewährleisten, dass der ursprüngliche Anlagebetrag des Investors nach Ablauf eines vorher festgelegten Anlagezeitraums vollständig oder zu einem gewissen Teil (beispielsweise 90 Prozent) zurückgezahlt wird. Bei anderen Arten garantierter Fonds können die Gewinne festgeschrieben werden, sobald sie während des Anlagezeitraums erzielt werden. Garantie- und Kapitalschutzfonds setzen mitunter komplexe Finanzmechanismen ein, um ihre Ziele zu erreichen. Da die Garantie bzw. der Kapitalschutz mit einem gewissen Kostenaufwand verbunden ist, erzielen diese Fonds in starken Börsenphasen i.d.R. nicht dieselben Renditen wie vergleichbare Fonds ohne Kapitalschutz. Bei fallenden Märkten eignen sie sich jedoch sehr gut, um den Wert des Kapitals zumindest zu einem festgelegten Teil zu bewahren. Während ein Garantiefonds eine formale Garantie beinhaltet, die von der Fondsgesellschaft, die den Fonds begibt, oder von einem dritten Institut wie z.B. einer Bank oder Versicherungsgesellschaft ausgesprochen wird, ist eine solche ausdrückliche Garantie bei einem regulären Kapitalschutzfonds nicht unbedingt gegeben.

Dachfonds ermöglichen eine größere Diversifikation und bieten mit einem einzelnen Investment eine größere Vielfalt an Portfoliomanagementkompetenz und Spezialisierung im Fondsmanagement. Dachfonds investieren nicht direkt in finanzielle Vermögenswerte wie Aktien und Anleihen, sondern in Anteile anderer Investmentfonds. Das können unterschiedliche Fonds sein, die denselben Sektor abdecken, oder Fonds mit einer großen Bandbreite an Anlageklassen, Regionen und Märkten. Für manche Investoren kann eine Anlage in einen Dachfonds die leichtere Alternative sein, um ihr Anlagekapital breit zu streuen (Asset Allocation im Fonds)

Vermögensverwaltungsfonds sind Fonds, deren Anlagestrategie von allgemeineren Entscheidungen über die relative Wertentwicklung unterschiedlicher Anlageklassen bestimmt wird, wie beispielsweise festverzinsliche Wertpapiere im Vergleich zu Aktien. Je nach Einschätzung des Portfoliomanagers und der Vorgaben der Anlagepolitik werden die Assetklassen Aktien, Anleihen und Geldmarktpapiere unterschiedlich gewichtet. Innerhalb der Assetklassen können die einzelnen Vermögenswerte dann nach Sektoren, Ländern, Regionen oder anderen Merkmalen angelegt werden.

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