Continue

This site uses third party analytics cookies. Continuing the navigation over the following banner or closing the same is expressed consent to their use.

Understanding Investing 简体中文网页 Members section

OGAW im Überblick

Die in der Finanzwelt verwendeten Fachbegriffe können verwirrend sein und Sie haben vielleicht festgestellt, dass Wertpapierfonds als offene Investmentfonds, kollektive Kapitalanlagen oder auch als Organismen für gemeinsame Anlagen (OGAW) bezeichnet werden. Kurz gesagt sind offene Investmentfonds und OGAW Formen kollektiver Kapitalanlagen. Dabei legen Investoren ihr Geld zusammen mit anderen Investoren an, um in eine Vielzahl von Vermögenswerten und Wertpapieren zu investieren. Jedoch sind nicht alle Investmentfonds auch OGAW. In der folgenden Betrachtung geht es um die OGAW Investmentfonds, eine Fondsart, die für Privatanleger entwickelt wurde und nicht nur in Ländern der Europäischen Union vertrieben werden können.

  • Europäische Richtlinien
  • OGAW IV
  • Gesetzgebung und Regulierung in Luxemburg
  • Besteuerung von OGAW-Fonds
  • Luxemburgs Fondsindustrie

Europäische Richtlinien

Das Kürzel OGAW bezieht sich auf eine Reihe von EU-Richtlinien, die ein einheitliches Regelwerk für die Auflage, Verwaltung und für den Vertrieb von kollektiven Anlageinstrumenten in Ländern der europäischen Union bilden. OGAW steht für Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren. Sie investieren in der Regel in Wertpapiere, die an öffentlichen Wertpapierbörsen und geregelten Märkten notiert sind. Die OGAW-Richtlinien haben den europäischen Investoren ein großes Fondsangebot einhergehend mit einem hohen Anlegerschutz beschert. Investoren können dabei in jeden OGAW-Fonds investieren, der in ihrem Land auch für den Vertrieb angezeigt ist. Vor der ersten OGAW-Richtlinie mussten viele Anleger sich weitgehend auf die Fonds von Fondsgesellschaften beschränken, die im Land ihres Wohnsitzes auch ansässig waren. Somit haben die OGAW-Richtlinien die Fondsauswahl, die den Investoren in der EU zur Verfügung steht, erheblich erweitert. Anleger haben ggfs. auch die Möglichkeit in andere nicht OGAW-konforme Fonds zu investieren, sollten sich aber vorher genau über die rechtlichen und steuerlichen Konsequenzen einer solchen Investition in ihrem Heimatland informieren.

OGAW IV

Die jüngste Fassung der OGAW-Richtlinie, OGAW IV, wurde 2009 von der EU verabschiedet und tritt am 1. Juli 2011 in Kraft. Die darin enthaltenen Änderungen und Neuregelungen sind vielseitig. Wichtig für den Privatinvestor ist, dass gemäß der neuen Bestimmung ein Dokument – das sogenannte Key Investor Information Document (KIID) – übersichtlich und verständlich über die wichtigsten Merkmale des jeweiligen Fonds informiert. Das KIID besteht in der Regel aus zwei Seiten.

Darüber hinaus enthält die OGAW-IV-Richtlinie weitere Bestimmungen, die den Anlegern unmittelbare Vorteile bringen sollen, etwa die leichtere Zusammenlegung von Fonds aus verschiedenen EU-Ländern. Ferner erlaubt die Richtlinie nun auch Master-Feeder-Strukturen. Dabei investieren mehrere sogenannte Feeder-Fonds, die zum Beispiel in verschiedenen Ländern aufgelegt wurden oder auf unterschiedliche Arten von Investoren zugeschnitten sind, ihre gesamten Vermögenswerte in einen Masterfonds, der wie ein OGAW aufgebaut ist. Diese Neuerungen sollen die Bildung größerer Fonds erleichtern, die von entsprechenden Skaleneffekten profitieren.

Für Kapitalanlagegesellschaften wird mit der neuen OGAW-IV-Richtlinie zudem die grenzüberschreitende Fondsverwaltung innerhalb der EU vereinfacht. Auch dadurch lassen sich Kosten einsparen, wenn nicht mehr in jedem Land eine eigene Verwaltungsgesellschaft gegründet werden muss. Wenn sich diese Änderungen bei den Fondsmanagern durchsetzen, könnten sie dazu beitragen, dass die Kostenbelastung des Fondsvermögens (und letztlich auch der Investoren) geringer ausfällt oder auf eine größere Anlegerbasis verteilt wird.

Gesetzgebung und Regulierung in Luxemburg

Luxemburg war das erste EU-Land, das die OGAW-Vorschriften 1988 in nationales Recht umgesetzt hat. Nicht zuletzt deshalb entwickelte sich das Land zu einem wichtigen Zentrum für die Auflage und Verwaltung von Investmentfonds. Seinem Ruf, neue Gesetze zügig einzuführen, ist Luxemburg auch bei der OGAW-IV-Richtlinie wieder gerecht geworden, die mit einem Gesetz vom 17. Dezember 2010 in Kraft trat – erneut ist das Großherzogtum das erste EU-Land, in dem die Richtlinie bereits gilt. Das Gesetz ändert auch den rechtlichen Rahmen für Fonds, die nicht unter die OGAW-Richtlinien fallen.

Luxemburg profitiert zudem von einer renommierten Regulierungsbehörde für den Finanzsektor, der Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF). Die CSSF ist für die Zulassung der Fondsgesellschaften, Finanzdienstleister sowie der Investmentfonds  verantwortlich. Abgesehen von den allgemeinen Auflagen für die Fondsgesellschaft überwacht die Aufsichtsbehörde auch Bestimmungen des Anlegerschutzes und die Tätigkeiten der Depotbank.

Besteuerung von OGAW-Fonds

Investmentfonds zahlen in der Regel in Luxemburg eine jährliche Zeichnungssteuer (tax d`abonnement), die 0,01 bis 0,05 Prozent ihres Nettovermögens beträgt (manche Fondsarten sind von dieser Steuer befreit). Das Gesetz vom 17. Dezember 2010 zur Einführung der OGAW-IV-Richtlinie in Luxemburg änderte auch die Besteuerung von Investmentfonds, insbesondere durch die Abschaffung der Zeichnungssteuer für börsengehandelte Fonds.

Luxemburgs Fondsindustrie

Luxemburg ist seit über 20 Jahren ein bedeutendes Fondszentrum. Gemessen am Wert des Fondsvermögens ist es sogar das größte Zentrum Europas und wird weltweit nur noch von den USA übertroffen. Durch die stetige Zunahme der Anzahl der Fonds und ihrer Vermögen hat sich ein umfassender Dienstleistungssektor für die Fondsbranche entwickelt. Fondsmanagementgesellschaften, Anwaltskanzleien, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, Fondsadministratoren und Depotbanken haben zum Aufbau einer starken Infrastruktur für Finanzdienstleistungen beigetragen.

Diese umfassende professionelle Infrastruktur, gekoppelt mit Luxemburgs außerordentlicher Erfahrung im europaweiten und auch außereuropäischen Vertrieb, seiner multinationalen Bevölkerung und mehrsprachigen Fähigkeiten, haben den Ruf des Großherzogtums als internationales Zentrum für Investmentfonds gefestigt. Luxemburger Fonds werden an Anleger in über 65 Ländern weltweit verkauft. Das Land profitiert zudem von vielen hochqualifizierten Spezialisten, die mitunter als unabhängige Mitglieder in den Verwaltungsräten der Fondsgesellschaften fungieren können. Ihre Aufgabe besteht unter anderem darin, die Interessen der Anleger zu wahren und für die ordnungsgemäße Verwaltung der Fonds Sorge zu leisten.

Der Fondssektor wird vom Luxemburger Fondsverband vertreten, der Association of the Luxembourg Fund Industry (ALFI). Ziele der ALFI sind u.a. die Förderung von Fondsanlagen in der Gesellschaft und die Erhöhung des Luxemburger Bekanntheitsgrades als Standort für Fonds und Fondsgesellschaften. Der Verband kooperiert dabei mit der Regierung und der Aufsichtsbehörde, um die Gesetze und Regulierung für den Fondssektor zu erarbeiten und weiterzuentwickeln. Er wirkt an der Schulung des Branchenpersonals mit, um die Professionalität zu gewährleisten und kompetente Fachleute auszubilden. Ferner legt der Verband seinen Mitgliedern ein ethisch einwandfreies Verhalten und die angemessene Behandlung ihrer Investoren nahe und unterstützt die Geldwäschebekämpfung.

Updated on 01/07/11  
Share |