Welcher Anlegertyp sind Sie?

   

Ihr Anlageprofil

Ihr Anlageprofil gibt vor, zu welcher Art von Investor Sie gehören. Dabei können folgende Faktoren einfließen: Alter, finanzielle Verhältnisse, Anlageziele und vor allem, wie viel Risiko Sie sich zumuten bzw. leisten können. Das Risiko ist ein entscheidendes Element, denn je mehr Risiko Sie eingehen können, desto größer ist i.d.R. auch das Renditepotenzial, das sich mit Ihren Anlagen erzielen lässt. Diese Faktoren tragen allesamt, neben steuerlichen und liquiditätsspezifischen Aspekten (d.h., wie schnell Sie auf Ihr Geld zugreifen oder notfalls Vermögenswerte veräußern können), zu Ihrem Anlageprofil bei. Ihr Anlageberater ist Ihnen bei der Erstellung Ihres Anlageprofils behilflich.

Ein klar definiertes Anlageprofil erleichtert Ihnen die Suche nach Anlagemöglichkeiten, die Ihren Bedürfnissen entsprechen. Jüngere Anleger, die mehrere Jahrzehnte im Voraus in ihre Altersvorsorge investieren, können größere Risiken eingehen, um potenziell höhere Erträge bzw. Kapitalzuwächse zu erzielen. Sie haben einen langfristigen Anlagehorizont und können größere Marktschwankungen auch leichter verkraften. Wer bereits kurz vor dem Ruhestand steht, ist mit weniger volatilen, wenn auch weniger rentablen Vermögenswerten unter Umständen besser beraten, um das Risiko eines plötzlichen Wertverlustes seiner Anlagen zu verringern.

Anlegerprofile werden auch häufig als Risikoprofile bezeichnet und lassen sich generell in drei große Kategorien einteilen:

Konservativ (geringes Risiko)

Kapitalzuwachs hat keine Priorität und vorsichtige Investoren wollen stabile Investments, die schrittweise im Wert steigen und nicht anfällig für starke Kursschwankungen sind. Da die meisten Anlagegelder in Anleihen und Geldmarktinstrumente investiert werden, wird ein konservatives Portfolio voraussichtlich beständige Erträge und einen moderaten Kapitalzuwachs erzielen.

Ausgewogen (mittleres Risiko)

Mit einem etwas volatileren Portfolio können Sie auf lange Sicht einen guten, wenn auch nicht unbedingt außergewöhnlichen Kapitalzuwachs erwarten. Auch wenn es zu gewissen Schwankungen in der Marktentwicklung kommen wird, ist eine Berg- und Talfahrt unter normalen Bedingungen eher unwahrscheinlich. Die Vermögenswerte umfassen häufig Aktien als auch Anleihen stabiler Unternehmen. Ein kleiner Teil der Vermögenswerte kann durchaus auch in riskantere Anlagen investiert werden, um einen höheren Kapitalzuwachs zu erzielen.

Dynamisch (hohes Risiko)

Dynamisch anlegende Investoren sind bereit, ihr Vermögen einem größeren Risiko auszusetzen und nehmen auch höhere Volatilität in Kauf, um einen möglichst großen Kapitalzuwachs zu erzielen. Ihr Anlageportfolio kann durchaus aus risikoreicheren Aktien, wie z.B. Aktien aus Schwellenländern oder Anteile von jungen Unternehmen einschließen und enthält in der Regel einen deutlich höheren Aktien- als Anleihenanteil.

Risiko

Die Einstellung eines Investors zum Risiko wirkt sich in hohem Maße auf seine Anlageentscheidungen aus. Sie hat nicht nur starken Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit eines Verlustes, sondern auch auf die Höhe der Renditen, die er mit seinen Anlagen voraussichtlich erzielen wird. Mit dem Begriff „Risiko“ verbinden die meisten Investoren vor allem die Möglichkeit, dass ihre Anlagen entweder einen Verlust einbringen („Abwärtsrisiko“) oder es nicht schaffen, einen Gewinn („Aufwärtsrisiko“) zu erzielen. Ein Investor sollte sich unbedingt darüber im Klaren sein, wie er auf einen unerwarteten Wertverlust seiner Kapitalanlagen reagieren würde. Nur dann kann er sich für Anlagen entscheiden, die seiner Risikobereitschaft entsprechen.

Risiko und Volatilität

Oft wird das Risiko in Form der Kursvolatilität angegeben und gemessen, die ein Vermögenswert oder Investmentfonds verzeichnet, also der Spanne seiner Kursschwankungen. Für kurzfristige Investoren kann die Volatilität ein größerer Risikofaktor sein als für Investoren mit langfristigem Anlagehorizont, weil sich Kursschwankungen unter normalen Marktbedingungen langfristig häufig ausgleichen.

Die Wertschwankungen eines Investmentfonds hängen von den Wertschwankungen der Vermögenswerte ab, in die er investiert. Eine Analyse des Fondsprospekts gibt Aufschluss, wie volatil ein Fonds in der Vergangenheit war – obwohl auch das kein sicherer Anhaltspunkt für die künftige Wertschwankungen und Wertentwicklung des Fonds ist. Man kann durchaus ablesen, ob ein Zuwachs mit starken Kursschwankungen einherging oder kontinuierlich und in stetigen Schritten erzielt wurde. So können zwei Fonds denselben Kapitalzuwachs und Ertrag auf sehr unterschiedliche Weise erzielen und dabei deutliche Unterschiede in der Volatilität verzeichnen.

Volatilität eines Investmentfonds kann verschiedene Ursachen haben, beispielsweise durch die Kursschwankungen einer bestimmter Aktien oder auch Währung, auf die der Kurs lautet. Stark konzentrierte Investmentfonds können einer höheren Volatilität ausgesetzt sein, weil sie weniger Wertpapiere enthalten, sodass sich die Wertentwicklung einer einzelnen Anlage eventuell stärker auf den Fonds insgesamt auswirkt. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass die Volatilität auch dahingehend einen positiven Einfluss haben kann, dass sie nicht nur größere Risiken, sondern auch höheres Renditepotential mit sich bringen kann.

Rendite und Wertentwicklung

Die Rendite eines Investmentfonds besteht aus dem Wertzuwachs der Vermögenswerte im Fondsportfolio zzgl. der Erträge, die eventuell an die Anteilinhaber ausgeschüttet werden (bei vielen Fonds verbleiben die Erträge im Fonds und werden in weitere Vermögenswerte reinvestiert). Die Wertentwicklung des Fonds wird durch die Rendite gemessen, die er innerhalb eines bestimmten Zeitraums erzielt. Diese kann dann mit Fonds vergleichbarer Anlagepolitik oder mit einem Referenzwert (einer Benchmark), wie beispielsweise einem Aktienmarktindex, verglichen werden. Um zu entscheiden, ob ein Fonds voraussichtlich die gewünschte Rendite erzielen wird, kann ein Investor die historischen Daten zur Fondsperformance auswerten. Hierbei ist aber zu beachten, dass die bisherige Wertentwicklung keine Garantie dafür ist, dass sich diese Renditen in Zukunft wiederholen werden.

Risiko und Rendite

Das Risiko ist ein wichtiger Bestandteil einer Investition in einem Investmentfonds, denn ohne Risiko werden die investierten Vermögenswerte nur wenig Rendite einbringen. Wenn ein Investor ein höheres Risiko in Kauf nimmt, kann er oftmals auch ein größeres Renditepotenzial seiner Investments erreichen bzw. erwarten. Dagegen werden Investmentfonds, die in weniger riskante Anlagen investieren, voraussichtlich geringere Renditen erzielen.

Aktienfonds, die in Aktien mit großem Wachstumspotenzial investieren, können auch ein beträchtliches Verlustrisiko bergen. Bei Aktien etablierter Unternehmen, die beständige Wachstumsraten und Renditen erzielen, ist in der Regel sowohl die potenzielle Rendite als auch das Risiko geringer. Dabei ist zu beachten, dass das Gesamtrisiko eines Investmentfonds sorgfältig überwacht wird. Fondsmanager arbeiten mit vorgegebenen Risikogrenzen, um zu gewährleisten, dass die Risiko- und Renditeziele dem Profil des Investmentfonds entsprechen. Es gibt allerdings keine Garantie dafür, dass die Marktentwicklung keine unvorhergesehenen Auswirkungen auf die Fondsanlagen hat.

Diversifikation ist ein wichtiges Instrument der Risikosteuerung. Durch Investitionen in viele unterschiedliche Einzeltitel oder auch Vermögensklassen wird das Risiko jeder einzelnen Anlage auf verschiedene Sektoren, Märkte, Länder, Regionen usw. verteilt. Der Grad der Diversifikation innerhalb eines Fonds richtet sich nach den jeweiligen Anlagezielen und der Anlagepolitik. Das Risikomanagement ist ein wesentlicher Bestandteil des Investmentprozesses, da die Fondsmanager sicherstellen wollen, dass sie mit der Auswahl ihrer Anlagen die Anlageziele des Fonds erreichen werden.

Informationen und Details über das Risikoengagement und Renditeziel eines Fonds finden Sie im Key Investor Information Document sowie im Prospekt des jeweiligen Fonds.

Lebenszyklus einer Anlage

Um eine geeignete Anlagestrategie zu entwickeln, sollten Sie sich zunächst über Ihre finanziellen Ziele im Klaren sein. Während für die meisten Menschen die finanzielle Sicherheit im Ruhestand das mit Abstand wichtigste langfristige Ziel ist, verfolgen viele Investoren auch noch andere Anlageziele wie z.B. die Finanzierung von Reisen, die Renovierung ihres Heims, die Ausbildung ihrer Kinder oder der Erwerb von Luxusgüter. Ein weiteres Ziel, für das es keinen bestimmten zeitlichen Rahmen gibt, ist die Bildung finanzieller und kontinuierlicher Rücklagen für unvorhergesehene Ereignisse im Leben. Wer sich für eine flexible Art der Kapitalanlage z.B. über Sparpläne entscheidet, kann seine regelmäßigen Einzahlungen mit der Zeit erhöhen, wenn mehr Geld zur Verfügung steht und in schlechteren Zeiten ebenso wieder verringern.

Ihr Alter und Anlageprofil haben enormen Einfluss auf die Auswahl von Investmentfonds. Bedürfnisse und Ziele verändern sich mit den Jahren erheblich. Zu Beginn Ihrer beruflichen Laufbahn sparen Sie vielleicht noch für die Anzahlung einer Hypothek oder für ein Auto – Sie haben vielleicht kein hohes verfügbares Einkommen, aber dafür werden auch Ihre Ausgaben eher gering sein. Wenn Sie älter werden und sich dem Höhepunkt Ihrer Einkommenskraft nähern, werden Sie eventuell eine Hypothek abzahlen und eine Familie ernähren müssen. Wenn Sie kurz vor dem Ruhestand stehen, werden sich Ihre finanziellen Verpflichtungen und Prioritäten erneut ändern, da der Wunsch nach einem regelmäßigen Einkommen nun wichtiger ist als das Bedürfnis nach einem starken Kapitalzuwachs.

Wenn sich Ihre finanziellen Ansprüche ändern, müssen Ihre Kapitalanlagen unbedingt entsprechend angepasst werden, damit sie Ihren neuen Anlagebedürfnissen gerecht werden. Eine regelmäßige Bestandsaufnahme mit Ihrem Anlageberater gewährleistet, dass Ihr Portfolio stets auf Ihre Verhältnisse und Ansprüche abgestimmt ist.

Altersvorsorge

Für die meisten Menschen ist die Altersvorsorge der wichtigste Grund zu sparen und zu investieren. Im Idealfall sollte sie sich auf Ihr gesamtes Arbeitsleben erstrecken. Wenn Sie schon früh in Ihrer beruflichen Laufbahn mit der Altersvorsorge beginnen, sind Ihre Investitionen weniger gefährdet für die Schwankungen der Marktentwicklung. Durch langfristiges und regelmäßiges Anlegen profitieren Sie außerdem vom sogenannten „Durchschnittskosten-Effekt“ – wer regelmäßig den gleichen Betrag über längere Zeit investiert, zum Beispiel über mehrere Jahrzehnte, muss sich weniger oder gar keine Sorgen darüber machen, dass er Vermögenswerte auf dem Höhepunkt eines Marktbooms teuer einkaufen muss, da er andere dafür umso günstiger erwerben wird, wenn das Kursniveau entsprechend niedrig ist, d.h. er wird bei höheren Kursen weniger Anteile und bei niedrigeren Kursen mehr Anteile erwerben.

Investmentfonds eignen sich aufgrund ihrer Vielfalt, Flexibilität und Liquidität gut für die Altersvorsorge. Fondsanteile sind leicht zu erwerben und zu veräußern, ohne hohe Kosten und auch relativ kurzfristig. Dank der enormen Auswahl an Fonds auf dem europäischen Markt (ein großer Teil davon ist in Luxemburg ansässig) können Sie sich ein Portfolio aus Anlagen mit unterschiedlichen Risiken und Renditen zusammenstellen. Im Laufe des Vorsorgezeitraums kann der Anleger Risikograd und Renditen seines Portfolios ändern, um sie an sein neues Profil und die aktuelle Lebensphase anzupassen.

Im Allgemeinen empfehlen Anlageberater, dass man in jungen Jahren verstärkt in Anlagen investieren sollte, die ein höheres Risiko aufweisen, aber auch höhere Renditen versprechen. Wenn Sie später kurz vor dem Ruhestand stehen, sollte Ihr Portfolio konservativer positioniert sein, damit sich das Risiko verringert, dass die Summe, die Ihnen im Alter zur Verfügung steht, durch Marktstörungen beträchtlich reduziert wird. Wenn Sie das Rentenalter erreichen, möchten Anleger möglicherweise einen Teil ihres Portfolios in Investmentfonds umschichten, die Dividenden ausschütten oder Zinsen auf Anleihen auszahlen. Damit steht Ihnen auch dann noch ein regelmäßiges Einkommen zur Verfügung, wenn Sie kein volles oder gar kein Gehalt mehr beziehen.

Eine beliebte Form der Investition in Investmentfonds zur Altersvorsorge sind fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherungen, für die Luxemburg auch eine führende Stelle innerhalb Europas einnimmt. Beispielsweise hängt der Wert einer fondsgebundenen Lebensversicherungspolice insbesondere von der Wertentwicklung des Investmentfonds ab, in die sie investiert. Anders als bei der direkten Investmentfondsanlage ist es bei den fondsgebundenen Lebensversicherungen in der Regel nur eingeschränkt oder auch nur mit finanziellen Abstrichen möglich, dass sich der Investor die Vermögenswerte aus der Lebensversicherungspolice oder Rentenversicherung auszahlen lässt, bevor er das Renteneintrittsalter erreicht. Sie sollten sich daher immer erst professionell beraten lassen, auch im Hinblick auf steuerliche Aspekte, bevor Sie in eine fondsgebundene Lebensversicherung oder Rentenversicherung investieren.

Die Vorschriften und steuerlichen Regelungen für Investitionen im Rahmen der Altersvorsorge sind je nachdem, in welchem Land der Investor seinen Wohnsitz hat, sehr unterschiedlich. In manchen Fällen werden derartige Investitionen steuerlich bei Einzahlung gefördert und stattdessen das letztendliche Renteneinkommen besteuert, in anderen Ländern ist es genau umgekehrt. Meistens profitieren Kapitalanlagen in einen anerkannten Altersvorsorgeplan in der einen oder anderen Form von Steuererleichterungen, sei es bei der Erstanlage, bei den kontinuierlichen Einzahlungen oder wenn Sie Ihre Rentenzahlungen erhalten.

Updated on 01/07/11  
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