Die Grundlagen

Sparen oder investieren

Sparkonten, ob bei einer Geschäftsbank, einer Genossenschaftsbank oder auch bei der Post, waren schon immer eine zuverlässige Geldanlage, die den Bankkunden eine Rendite einbrachte, ohne ihnen gleichzeitig den Schlaf zu rauben. Sparkonten bedeuteten Stabilität und Sicherheit, nicht Volatilität und Ungewissheit. Da das Zinsniveau derzeit jedoch sehr niedrig ist, bringen Sparkonten nur noch eine magere Rendite, vor allem im Vergleich zu den Zinssätzen, die man in früheren Jahren erzielen konnte. Mittlerweile suchen viele Sparer nach anderen Anlageformen, mit denen sie einen stetigen Ertrag erzielen bzw. ihr Kapital mehren können, ohne dabei mehr Risiken eingehen zu müssen, als ihnen lieb ist.

Unabhängig davon, ob es Ihnen um Kapitalzuwachs, Kapitalschutz, Ertrag oder all das zugleich geht, es führen viele Wege auf den Kapitalmarkt. Für welche Art von Vermögensanlage Sie sich entscheiden, hängt in der Regel von vielen Faktoren ab, wie beispielsweise Ihren finanziellen Verhältnissen, Ihrem Alter und Ihrer Einstellung zum Risiko.

Risiken mögen bei einer Kapitalanlage auf den ersten Blick nicht wünschenswert erscheinen. Von einem potenziellen Kapitalzuwachs oder einer höheren Rendite können Sie jedoch nur dann profitieren, wenn Sie Ihr Kapital einem gewissen Risiko aussetzen. Um ein geeignetes Investment zu finden, das den gewünschten Ertrag erzielt, muss man die Wechselwirkung zwischen Risiko und Rendite verstehen.

Ob Sie einen angenehmeren Lebensabend sichern wollen, einen Urlaub, ein neues Auto oder Ausbildungskosten finanzieren müssen oder auch einfach einen Notgroschen beiseitelegen möchten, sicherlich wollen Sie Ihr Geld möglichst rentabel für Sie arbeiten lassen. Ihr individuelles Anlageprofil gibt Ihnen den Weg vor, der Sie zu Ihrem Ziel führt.

Kollektiv- oder Direktanlagen

Ein kollektives Anlageinstrument bündelt die Gelder mehrerer Investoren, um ein bestimmtes Anlageziel zu erreichen. Investmentfonds sind die beliebteste Art von Kollektivanlagen. Da Investmentfonds in der Regel eine große Zahl unterschiedlicher Kapitalanlagen umfassen, hängt das Gesamtergebnis von der Wertentwicklung aller im Fondsportfolio enthaltenen Anlagen ab. Investmentfonds sind auf ein bestimmtes Anlageziel ausgerichtet und messen ihren Anlageerfolg häufig an einem Vergleichswert (die sog. Benchmark), wie beispielsweise einem Aktienindex.

Durch die Investition in einen Investmentfonds können Sie in verschiedene Arten von Vermögenswerten und in eine Vielzahl von Sektoren, Märkten, Ländern und Währungen investieren. Diese Streuung oder auch Diversifikation verringert das Risiko und kann mit der Zeit dazu beitragen, das Auf und Ab der Wertentwicklung einzelner Aktien, Anleihen oder sonstiger Vermögenswerte auszugleichen.

Investmentfonds werden von professionellen Anlageexperten in Teamarbeit verwaltet und überwacht. Sie sind eine kostengünstige Möglichkeit, um von einer Wertsteigerung zu profitieren und Erträge in Form von Ausschüttungen aus Aktien oder anderen Vermögenswerten zu erzielen. Gleichzeitig werden die Risiken auf viele verschiedene Wertpapiere und die Investitionskosten auf viele verschiedene Anleger verteilt.

Direktanlagen

Bei einer direkten Investition an den Aktien- oder Rentenmärkten können Sie alleine oder mit Hilfe eines Anlageberater gezielt einzelne Aktien oder Anleihen auswählen. Allerdings werden Sie mit einer solchen Direktanlage wahrscheinlich nicht das gleiche Ausmaß an Diversifikation wie bei einer Anlage in einen Investmentfonds erzielen.

Ein direkt investiertes Portfolio zu diversifizieren kann zugleich teuer und zeitaufwendig sein. Bei einem Investmentfonds dagegen werden die Kosten umgelegt bzw. auf alle seine Anleger verteilt. Erfahrenen Investoren mag es nicht an fundierten Kenntnissen über Unternehmen, Märkte und Sektoren fehlen, um ihre eigenen Anlageentscheidungen danach auszurichten, aber viele Menschen verlassen sich gern auf die Expertise eines Fondsmanagers.

Vermögenswerte verstehen

Ein Investmentfonds kann in verschiedene Vermögenswerte investieren. Bei diesen Werten handelt es sich in der Regel um Aktien, Anleihen, oder auch Geldmarktinstrumenten (kurzfristige Schuldtitel). Manche Investmentfonds investieren im Rahmen ihrer Vermögensallokation auch in spezialisierte Instrumente wie Derivate. Andere Fondsarten (jedoch nicht die Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren – kurz OGAW – die wichtigste Fondsart, die auf dieser Website erläutert wird) können direkt in Immobilien investieren.

Das Wertentwicklungsziel (Performance-Ziel) eines Fonds kann man auch daran erkennen, in welche Art von Vermögenswerten er investiert. Fonds, die in Aktien investieren, bieten im Allgemeinen höhere Ertragschancen, aber mitunter auch höhere Risiken als reine Rentenfonds. Mischfonds (auch „Balanced Funds“ genannt) investieren in eine Mischung aus Aktien und verzinslichen Wertpapieren (wie z.B. Anleihen, Geldmarktinstrumente). Die Gewichtung der einzelnen Bestandteile richtet sich danach, wie der Fondsmanager die Marktlage und den wirtschaftlichen Ausblick einschätzt. Traditionell werden Vermögenswerte, in die OGAW Investmentfonds investieren können, in drei Kategorien eingeteilt:

Geldmarktinstrumente

Geldmarktinstrumente sind eine Art kurzfristige verzinsliche Schuldtitel, die Regierungen, Banken und gewerblichen Unternehmen zur Finanzierung ihres Umlaufvermögens dienen. Investoren nutzen Geldmarktfonds oft als Alternative zu Bankeinlagen, da die Anteile von Geldmarktfonds kurzfristig gekauft bzw. wieder verkauft werden können und die Erträge häufig höher sind als die Bankzinsen. Wie Anleihen bringen auch Geldmarktinstrumente eine feste Verzinsung und die ursprüngliche Kapitalsumme wird am Ende der Laufzeit zurückgezahlt. Geldmarktfonds investieren in Geldmarktinstrumente verschiedener Emittenten, um eine breite Streuung der Anlagen zu erreichen.

Anleihen

Anleihen, oft auch als „Renten“ oder „festverzinsliche Wertpapiere“ bezeichnet, werden von Unternehmen, Banken oder staatlichen Stellen in Form einer Schuldverschreibung begeben. Sie müssen nach Ablauf eines bestimmten Zeitraums zurückgezahlt werden, der normalerweise mehrere Jahre beträgt, und werden in der Regel mit einem festen Zinssatz verzinst. In manchen Fällen verändert sich die jährliche Verzinsung (der sog. „Kupon“) während der Laufzeit der Anleihe. Eine andere Art von Anleihe ist die Nullkuponanleihe, die keine jährliche Zinszahlung einbringt; stattdessen ist der letztendliche Rückzahlungsbetrag, den der Investor erhält, höher als der ursprünglich für die Anleihe gezahlte Preis. Die sog. variabel verzinslichen Anleihen („Floating Rate Notes“) haben einen Kupon, der sich ebenfalls im Laufe der Zeit verändert und i.d.R. einem festgelegten Aufschlag auf einen Referenzzins entspricht (zum Beispiel dem LIBOR, dem Zinssatz, zu dem sich die Banken am Londoner Markt gegenseitig Geld leihen). Dieser Referenzzins kann je nach Marktlage sowohl steigen als auch fallen.

Anleihen werden häufig von einer unabhängigen Rating-Agentur danach beurteilt, wie groß das Ausfallrisiko des Emittenten ist. Die Anlage in Anleihen eignet sich für Anleger, die ein beständiges Einkommen erzielen wollen. Zudem wird der Nominalbetrag am Ende der Laufzeit vollständig zurückgezahlt, es sei denn, der Emittent der Anleihe, wie z.B. das jeweilige Unternehmen bzw. die Organisation, gerät in Zahlungsschwierigkeiten.

Viele Staatsanleihen bergen praktisch keinerlei Zinszahlungs- oder Rückzahlungsrisiken. Anleihen vieler renommierter Unternehmen werden ebenfalls als sehr sicher angesehen. Sie werden meist höher als Staatsanleihen verzinst, da hier eine größere Gefahr besteht, dass der Emittent eventuell seinen Zinszahlungen nicht mehr nachkommt oder den ursprünglichen Kapitalbetrag nicht tilgen kann. Generell weisen Anleihen eine stabilere Kursentwicklung auf als Aktien, gleichwohl kann ihr Kurs in Abhängigkeit von der Zinsentwicklung steigen oder fallen.

Aktien

Wenn ein privates Unternehmen beschließt, an die Börse zu gehen, werden die Eigentumsrechte an diesem Unternehmen in Aktien umgewandelt, die dann an der Börse gekauft bzw. verkauft werden können. Eine Aktie ist ein Teil des Eigentums an einem Unternehmen. Die Gesamtheit der Aktien eines Unternehmens bezeichnet man als sein Aktien- oder auch Eigenkapital. Die Person bzw. Institution, der die Aktie gehört, ist der Aktionär, der Einkünfte aus seinen Aktien beziehen kann. Diese Einkünfte werden als Dividende bezeichnet. Ob eine Dividende gezahlt wird und wenn ja, in welcher Höhe, ist abhängig von den erzielten Gewinnen und den sonstigen finanziellen Umständen und Planungen des Unternehmens.

Der Kurs einer Aktie hängt von Angebot und Nachfrage ab, die wiederum von vielen Faktoren beeinflusst werden, wie der Rentabilität des Unternehmens, seinen langfristigen Geschäftsaussichten oder auch der generellen Stimmung der Verbraucher und Investoren. Häufig schwanken die Aktienkurse stark, mitunter ohne erkennbaren Grund. Den richtigen Zeitpunkt für den Kauf oder Verkauf von Aktien zu finden, ist für den Erfolg Ihrer Anlage ganz entscheidend.

Aktien können an einer Vielzahl von Finanzmärkten gehandelt werden, darunter sowohl geregelte Märkte wie Wertpapierbörsen als auch ungeregelte Märkte (außerbörslich), wie es z.B. bei kleineren Unternehmen der Fall sein kann. Auch institutionelle Anleger wie Banken können untereinander außerbörslich (im sog. Freiverkehr) mit Aktien handeln. Diese Geschäfte werden auch als Over-the-Counter-Geschäfte bezeichnet (OTC).

Updated on 08/03/11  
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